Die österreichisch-englische Sopranistin Anna Prohaska, 1983 geboren, begann ihre Ausbildung mit 14 Jahren bei Eberhard Kloke und setzte sie an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« Berlin bei Norma Sharp, Brenda Mitchell und Wolfram Rieger fort. Bereits 2002 debütierte sie an der Komischen Oper Berlin zunächst bei Harry Kupfer in Brittens »Turn of the Screw«, später bei Willy Decker in »Albert Herring«. 2006 sprang sie an der Staatsoper Unter den Linden als Frasquita (»Carmen«) unter Daniel Barenboim ein. Seit der Spielzeit 2006/07 ist sie festes Mitglied dieses Hauses und wurde hier in Neuproduktionen u. a. als Oscar in »Un ballo in maschera« (Regie: Jossi Wieler und Sergio Morabito) und als Blonde in »Die Entführung aus dem Serail« (Regie: Michael Thalheimer) – beide Male unter dem Dirigat von Philippe Jordan – sowie zuletzt als Poppea in Händels »Agrippina« unter René Jacobs bejubelt.
Gastengagements führten Anna Prohaska u. a. zu den Innsbrucker Festtagen, nach Cleveland und zum Luzerner Theater sowie nach Tokio (»Moses und Aron« unter Daniel Barenboim). 2008 debütierte sie unter Franz Welser-Möst als Erste Waldnymphe in »Rusalka« bei den Salzburger Festspielen, wohin sie 2009 für Luigi Nonos »Al gran sole carico d’amore« zurückkehrte. Im Sommer 2010 sang sie dort ihre erste Zerlina. Künftige Verpflichtungen beinhalten u. a. Blonde an der Bayerischen Staatsoper.
Als Konzertsängerin verbindet Anna Prohaska neben Auftritten mit dem DSO und dem Konzerthausorchester Berlin unter Lothar Zagrosek seit 2007 eine enge Zusammenarbeit mit den Berliner Philharmonikern: Mit diversen Kammerensembles war sie u. a. bei den Osterfestspielen Salzburg und bei einem Festakt für Claudio Abbado mit einer Wolfgang-Rihm-Uraufführung zu hören; 2008 sang sie unter Sir Simon Rattle Orchesterlieder von Webern. Jüngst war sie Solistin in Bergs »Lulu-Suite« mit dem Simón Bolívar Jugendorchester unter Claudio Abbado in Venezuela und Luzern. Zukünftige Konzerte stehen u. a. mit dem Orchester des Bayerischen Rundfunks, den Wiener Philharmonikern und dem Lucerne Festival Orchestra mit Dirigenten wie Mariss Jansons, Claudio Abbado und Pierre Boulez an. Neben der zeitgenössischen widmet sie sich insbesondere der Alten Musik, u. a. in Zusammenarbeit mit dem RIAS Kammerchor unter Hans-Christoph Rademann, der Akademie für Alte Musik Berlin und Concerto Köln.
Als Liedsängerin profilierte sich Anna Prohaska im Apollosaal der Staatsoper Unter den Linden, bei den Bregenzer Festspielen, dem Mozarteum und dem Wiener Musikverein wie auch künftig in Schwarzenberg und der Wigmore Hall.
Ihre Diskographie beinhaltet u. a. eine Gesamtaufnahme der Lieder Bernd Alois Zimmermanns, Georg Friedrich Händels Saul (»Merab«) und Giovanni Batttista Pergolesis »Stabat Mater« mit Bernarda Fink. Anna Prohaska ist Trägerin des Daphne-Preises 2008 und des Schneider-Schott-Musikpreises Mainz 2010.