Plácido Domingo ist ein weltbekannter, ausgesprochen vielseitiger Künstler: Mit Ende sechzig ist er heute einer der besten und einflussreichsten Sänger in der Geschichte der Oper, wird gleichermaßen als Dirigent hochgeschätzt und hat sich in seinen Positionen als Generaldirektor der Washington National Opera wie auch der Los Angeles Opera verdient gemacht.
Als Sänger umfasst Plácido Domingos Repertoire 130 Bühnenrollen – eine Zahl, die in der Geschichte bis heute von keinem anderen Tenor übertroffen wurde. Beeindruckend sind auch seine mehr als 100 Gesamteinspielungen von Opern, Aufnahmen von Arien und Duetten und Crossover-Produktionen wie auch die bei der Deutschen Grammophon erschienene Anthologie aller Verdi-Arien für Tenor und das EMI-Album von Wagnerpartien, die er nicht auf einer Bühne gesungen hat (Siegfried in »Siegfried« und in »Götterdämmerung « sowie der Tristan in der Gesamtaufnahme von »Tristan und Isolde«). Für seine zahlreichen Einspielungen erhielt er 11 Grammys und 2 Latin Grammys. Emmy-Auszeichnungen erhielt er für die Fernsehverfilmung »Hommage to Seville« sowie für das »Silver Gala« Programm der Metropolitan Opera New York. Plácido Domingo hat über 50 Videos und vier Opern-Spielfilme gedreht: »Carmen«, »La traviata«, »Otello« und »Tosca«. Er dirigierte zahlreiche Opernaufführungen an der Metropolitan Opera in New York, im Royal Opera House Covent Garden London, an der Wiener Staatsoper und der Los Angeles Opera. Zudem leitete er verschiedene andere Ensembles und dirigierte Sinfoniekonzerte mit den Wiener Philharmonikern, dem Chicago Symphony Orchestra, dem National Symphony Orchestra, dem London Symphony Orchestra, den Berliner Philharmonikern, dem Orchestre Symphonique de Montréal und zahlreichen anderen Orchestern. Plácido Domingo wurde 1941 in Madrid geboren. Beide Eltern waren gefeierte Stars der Zarzuela, der spanischen Form der Operette. Mit acht Jahren folgte er seinen Eltern nach Mexiko. Er studierte am Konservatorium von Mexiko City Klavier und Dirigieren, wo er jedoch bald – nachdem sein Gesangstalent entdeckt worden war – auch das Fach Gesang belegte. Im Alter von 18 Jahren debütierte er in einer kleinen Rolle (Borsa in »Rigoletto«) an der Nationaloper Mexiko. Seine erste Vorstellung in einer großen Tenorrolle (Alfredo in »La traviata«) gab er in Monterrey mit 20 Jahren. Nachdem er drei Spielzeiten an der Israel National Opera in Tel Aviv verbrachte, wo er 280 Vorstellungen in 12 verschiedenen Partien sang, startete er 1965 seine internationale Karriere und ist seitdem in allen berühmten Opernhäusern auf der ganzen Welt aufgetreten.
1993 gründete Plácido Domingo den jährlich stattfindenden Gesangswettbewerb OPERALIA, der vielen Teilnehmern, die heute zu den renommierten Sängern auf den großen Bühnen gehören, zu einem Karrierebeginn verhalf. Er war auch der Hauptinitiator des »Washington National Opera’s Young Artist Program« wie auch des »Los Angeles Opera’s Domingo-Thornton Young Artist Program«, die beide ins Leben gerufen wurden, um talentierte junge Sänger zu fördern und zu unterstützen. Plácido Domingo ist auch künstlerischer Berater des Youth Orchestra of the Americas. Plácido Domingo wurde mit der »Presidental Medal of Freedom«, dem höchsten zivilen Orden der Vereinigten Staaten ausgezeichnet sowie zum Ritter des Britischen Empire geschlagen; er erhielt den Titel eines Commandeur der französischen Ehrenlegion und die Ehrungen zum »Grande Ufficiale« und zum »Cavaliere di Gran Croce« der italienischen Republik. Ihm wurde die Ehrendoktorwürde der Oxford University und der New York University für sein beständiges Engagement für die Kunst und Musik verliehen. In Benefizkonzerten sammelte er mehrere Millionen Dollar für die Opfer des verheerenden Erdbebens von 1985 in Mexiko, für die Opfer der durch den Hurrikan Paulina verursachten Überschwemmungen in Guerrero und Yucatán, Mexiko und El Salvador sowie zugunsten der Opfer der Hurrikans Katrina in New Orleans, wo 2009 die Bühne des Mahalia Jackson Theatre of the Performing Arts nach ihm benannt wurde. 2006 dirigierte er Verdis »Messa da Requiem« in Warschau anlässlich des ersten Jahrestages nach dem Tod von Papst Johannes Paul II.
Ohne auf Dauer im Baritonfach verbleiben zu wollen, fügt er 2009/10 an der Staatsoper Unter den Linden die Titelrolle in Verdis »Simon Boccanegra« seinem Repertoire hinzu – eine der großartigsten wie auch musikalisch und darstellerisch anspruchsvollsten Bariton-Partien – mit Vorstellungen auch an der Metropolitan Opera New York, an der Mailänder Scala, am Royal Opera House Covent Garden und am Teatro Real Madrid.
»Newsweek« und andere internationale Publikationen beschrieben Plácido Domingo zutreffend als »den König der Oper«, als einen »wahren Renaissance- Menschen in der Musik« und als »den größten Opernkünstler der Neuzeit«.