For the disconnected Child

Ein Projekt von Falk Richter

In Tschaikowskis Oper »Eugen Onegin« offenbart Tatjana dem Mann, dem sie für den Rest ihres Lebens nah sein will, in einem Brief ihr Innerstes – und wird von ihm zurückgewiesen, seine Freiheit will Onegin nicht aufgeben. Falk Richters Figuren schauen ...

In Tschaikowskis Oper »Eugen Onegin« offenbart Tatjana dem Mann, dem sie für den Rest ihres Lebens nah sein will, in einem Brief ihr Innerstes – und wird von ihm zurückgewiesen, seine Freiheit will Onegin nicht aufgeben. Falk Richters Figuren schauen auf die romantische Oper wie auf ein Museumsexponat: berührt, aber ratlos. Alleinerziehende Mütter, überforderte Opernregisseure, ehrgeizige Assessmentcenter-Managerinnen, verständnisvolle Beziehungscoaches, auf den großen Auftritt wartende Gesangsdoubles, gestresste Praktikanten und ein Mann, der so nicht weiter leben kann: Wie Eugen Onegin sind sie ewig Suchende. Nach Nähe, Erfolg, nach Rausch, Intensität und Erfüllung. Wie Onegin taumeln sie rastlos von Gelegenheit zu Gelegenheit, suchen, finden, verfehlen einander und ertrinken in einer Flut unendlicher Möglichkeiten.

»For the Disconnected Child« verbindet Texte von Falk Richter mit Kompositionen Neuer Musik. Schauspieler der Schaubühne treffen auf Sänger und Musiker der Berliner Staatsoper und auf Tänzer. Die Bühne wird zum Experimentierfeld, auf dem sich die Beziehungen zwischen Tänzern, Sängern, Musikern und Schauspielern beständig neu aushandeln, verbinden, auflösen.


Einführung jeweils 45 Minuten vor der Vorstellung
Koproduktion mit der Schaubühne am Lehniner Platz