„Wie die dicht gefügte Orchestersprache Hosokawas mit den fließenden Waltzschen Bewegungsformen zusammengeht; wie dieser aus der geräuschhaften Stille aufkeimende und in sie zurücksinkende Organismus aus Tönen sich in den Raum hinein verlängert; wie sich die Tableaus in Bewegung setzen und Sichtbares aus Unsichtbarem dergestalt entsteht, dass man oft gar nicht sagen kann, wo das eine aufhört und das andere anfängt: das ist doch wieder eine unerwartete Neuigkeit und ein großes Glück.“ (FAZ)
„Diese 90 Minuten wirken wie ein uns fernes, bestaunenswertes Arrangement schöner Stängel, Wurzelstücke und exotischer Tonblüten. Die beiden ungleichen Schwestern (formidabel als Sängerinnen wie Tänzerinnen: die Sopranistin Barbara Hannigan und der Mezzo Charlotte Hellekant) erscheinen von oben an Seilen, hinter einem Fadendickicht aus von Chiharu Shiota versponnener Wolle. Von rückwärts grell ausgeleuchtet, scheinen die impulsive Matsukaze und die kontrolliertere Murasame wie Spinnen in einem fast undurchdringlichen Netz… Ach, wären doch die Katastrophen dieser Welt immer so hauchzart und vergänglich schön anzusehen wie in diesem fernöstlichen Traumspiel.“ (Die Welt)
„Im Zusammenspiel mit Hosokawas Musik entsteht, mit einfachsten Mitteln, tatsächlich so etwas wie eine belebte, eine von Geistern bevölkerte Natur auf der Bühne. Die Tänzer bilden Schwärme, die umsinken, hier- und dorthin kreisen und sich wieder zusammen ziehen… Grandiose Uraufführung.“ (Berliner Zeitung)
„Meditativ und hoch konzentriert, hoch energetisch schwappt und schwemmt die Musik aus dem Graben auf die Bühne, in den Saal, vollzieht sich in Wellen und Wogen, liebt das tiefe Register und beschwört die Gischt, lässt Glöckchen klingeln, Harfen brausen, Geigen ächzen, eine Trommel schickt reitende Boten in die alte Nô-Vergangenheit, eine Trompete schreit und erstickt, und vom Band plätschert echtes Wasser… Mit welchem Atem, wie souverän der junge spanische Dirigent Pablo Heras-Casado am Pult des Kammerorchesters des Théâtre de la Monnaie agiert, wie klug er disponiert und nie Sehnsucht nach gröberen Effekten aufkommen lässt, das ist großartig.“ (Der Tagesspiegel)
„Es ist ein melancholisch aufgeladenes, traumwandlerisches Theater zu bestaunen, das sich jeder revolutionären Erneuerungsattitüde oder Aktualisierung enthält, sich dafür aber auf die emotionale Wirkung einer musikalisch suggestiven Grenzgängerei zwischen den Welten und Zeiten verlässt. Wenn Pablo Heras-Casado am Pult des hauseigenen Kammerorchesters die ersten zarten Töne wie kleine Schaumkronen auf das eingespielte Meeresrauschen setzt und dann einsetzende harte Paukenschläge für artifizielles Menschenwerk stehen, bekommt das, nach der jüngsten Großkatastrophe in Japan, eine geradezu gespenstische Dimension von Wahrheit.“ (Wiener Zeitung)