Helmut Lachenmanns drittes Streichquartett aus dem Jahre 2001, »Grido« (Der Schrei), gewann 2004 den Royal Philharmonic Society Award in der Kategorie »Kammermusik«. Über sein Werk schreibt der Komponist:
»Und jetzt? Was macht Robinson Crusoe, wenn ...
Helmut Lachenmanns drittes Streichquartett aus dem Jahre 2001, »Grido« (Der Schrei), gewann 2004 den Royal Philharmonic Society Award in der Kategorie »Kammermusik«. Über sein Werk schreibt der Komponist:
»Und jetzt? Was macht Robinson Crusoe, wenn er seine (seine?) Insel erschlossen glaubt? Wird er erneut sesshaft, kehrt im selbst eingerichteten Ambiente zur bürgerlich-behaglichen Lebensweise zurück? Sollte er das Errichtete heroisch wieder niederreißen, sollte er sein Nest verlassen? Was macht der Wegsuchende, wenn er bereits sich Wege durchs Unwegsame gebahnt hat? Er stellt sich bloß und schreibt sein ‚Drittes Streichquartett’ ... Denn der selbstgefällige Schein trügt: nichts ist erschlossen ... ‚Wege’ in der Kunst führen nirgendwo hin und schon gar nicht zum ‚Ziel’. Denn dieses ist nirgends anderswo als hier – wo das Vertraute nochmals fremd wird, wenn der kreative Wille sich daran reibt – und wir sind blind und taub. Das Werk ist den Musikern/Freunden des Arditti-Quartetts gewidmet: Graeme Jennings, Rohan de Saram, Irvine Arditti, Dov Scheindlin.«
Für die »Pollini Perspectives 3« ist dieses außergewöhnliche Werk des Klangsinns nun Auftakt für Maurizio Pollinis Reihe, die in ihren Konzerten zeitgenössische Werke mit klassischen Klaviersonaten Ludwig van Beethovens miteinander verbindet und ebenso konfrontiert.

